Allgäuer Holzofenbrot

P1070719   Brotbacken gehört zu den alten Traditionen. Im Allgäu hatten die Bauernhäuser meist ein eigenes Backhaus, in anderen Regionen, z.B. in Schwaben und Hessen, gab es ein Backhaus. Die Thaler Bürger, unter der Leitung von Pius Mayer, haben mit viel Eigeninitiative und mit Hilfe der einheimischen Handwerker „ihr“ Backhaus gebaut, mit einem Holzbackofen ausgerüstet und mit einem Fest die Eröffnung gefeiert.

Seitdem wird jede zweite Woche am Freitag und Samstag der Ofen um 8:30 Uhr angeheizt. Diese Aufgabe haben einige Männer des Dorfes übernommen. 5 Frauen sind für das kneten und backen des Brotes verantwortlich.

Wir durften einer der Backfrauen, Conny Beck, über die Schulter schauen und einen Tag im Thalkirchdorfer Backhaus verbringen.

Den Brotteig hatte Conny schon am Tag zuvor vorbereitet. Er wird von den Thaler Backfrauen kalt geführt, d.h. der Teig wird am Abend vorher zubereitet und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. So bekommt er eine feine Struktur und sehr schöne Poren.

P1070715  Am Backtag wird der Teig rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen, damit er Zimmertemperatur erreicht. Er wird geteilt, jedoch nicht mehr geknetet und in die mehlbestäubten Gärkörbchen gelegt.

P1070737  Hier ruht der Teig bis im Holzofen die richtige Backtemperatur erreicht ist.

P1070819   „Der Herr des Feuers“ war an diesem Tage Helmut, er hatte schon das Holz geschichtet und ein munteres Feuerchen entfacht.

P1070700  Ist das Holz abgebrannt und die Glut verglüht wird die Holzkohle in einen Aschebehälter gekehrt und das Thermometer wird angebracht. Die richtige Backtemperatur für das Brot beträgt 280 Grad.

P1070762   Das Brot wird von Conny eingeschossen, also mit dem Schieber in den Backofen gelegt. Die Backzeit beträgt ca. 1 Stunde. Nach der Hälfte dieser Zeit wird das Brot umgeschichtet, da die Hitze im vorderen Teil des Ofen geringer ist als im hinteren Teil.

P1070801  Das fertige Brot duftet wunderbar und wartet nun auf seine Abholer. Die Qualität und der feine Geschmack des Thaler Brotes hat sich herumgesprochen. Wer ein Brot haben möchten muß es unbedingt vorbestellen.

An jedem Backtag wird der Ofen zweimal befeuert. Bevor die zweite Brotback-Runde beginnt ist es Zeit für’s Mittagessen. Wir sind von Conny zu „Dinnede“ eingeladen. Aus Brotteig werden ganz dünne Fladen geformt, mit einer Schmand/Sauerrahm-Mischung bestrichen und mit Speckwürfeln und Frühlingszwiebelröllchen bestreut.

P1070890   Nach kurzer Zeit im Backofen waren die „Dinnede“ fertig, uns erwartete ein herrliches Essen. Danke Conny für die Einladung.

P1070816   Seit kurzer Zeit wird im Thaler Backhaus auch Biobrot gebacken. Das Mehl wird frisch gemahlen, damit keine Inhaltsstoffe verloren gehen. Wie beim Thaler Laib mußte auch beim Biobrot zuerst die optimale Mischung gefunden werden. Einige Probebackrunden waren nötig bis alles perfekt war. Die Einweihung einer neuen Kindergartengruppe beim Dorffest war genau der richtige Rahmen für die Verkostung des Biobrots. Die Tester waren ausnahmslos begeistert. Die Liste der Vorbestellungen war schnell gefüllt.

Die Thaler Bürger können an den Backtagen auch eigenen Teig zum Backhaus bringen und mit backen lassen. Das wird in die Liste eingetragen, damit die Backfrauen planen können.

Doch die Backtage in Thalkirchdorf sind noch mehr – ein beliebter Treffpunkt. Jeder kann vorbeischauen auf ein nettes Gespräch, eine Tasse Kaffee oder ein kurzes „Hallo“ beim abholen des Brotes. Die Backfrauen wollen keine Konkurrenz zu Bäckern und Dorfläden sein. Sie geben das Brot kostenlos ab, freuen sich jedoch über eine Spende, denn die nächste Mehl- und Kornbestellung kommt bestimmt.

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Wir durften eine wunderschönen Tag in Thalkirchdorf erleben. Den Thaler Laib haben wir genossen, er hat wunderbar geschmeckt. Danke und hoffentlich bis bald.

 

 

 

 

 

Lasagne von Scholle und grünen Bohnen

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Zutaten:

6 Lasagneblätter oder Lasangeblätter mit Ringelblumen- und Borretschblüten
2 Schollenfilet
Zitronensaft
1 Teel. Öl
200 g grüne Bohnen
etwas Butter
Salz, Pfeffer, Bohnenkraut

Für die Soße:

150 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne
1 Msp. Zitronenabrieb
Salz, Pfeffer
etwas Chilipulver
frischer Dill
1 Teel. feine Speisestärke

Zubereitung:

Die grünen Bohnen waschen, die Enden abschneiden, fädeln und in ca. 4-5 cm lange Stücke schneiden. In kochendes Salzwasser geben und in ca. 10-15 Minuten weich garen. Je nach Alter der Bohnen variiert die Kochzeit. Sind die Bohnen gar, in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abschrecken. Werden sie nicht gründlich abgeschreckt garen die Bohnen weiter.

Bevor die Nudel und der Fisch gegart werden, den Backofen auf 60 Grad anheizen.

Die Lasagneblätter ebenfalls in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsbeilage garen. Bei frischen selbst hergestellten Nudel beträgt die Garzeit ca. 4 Minuten. Die Lasagneblätter nach dem garen dünn mit Öl einpinseln, damit die Blätter nicht zusammenkleben. Im Backofen warmhalten.

Die Schollenfilets säubern, mit Zitronensaft beträufeln und salzen. Etwas Öl in der Pfanne erhitzen, die Schollenfilets auf jeder Seite ca. 1 Minute anbraten. Ebenfalls in den Backofen stellen.

Für die Soße:

Gemüsebrühe und Sahne langsam erhitzen, die Gewürze zufügen und abschmecken. Etwas einköcheln lassen. Die feine Speisestärke mit etwas Wasser glattrühren und soviel davon zur Soße geben bis es eine schöne Konsistenz erreicht ist.

Bohnen in der geschmolzenen Butter kurz erhitzen und mit Salz, Pfeffer und dem feingehackten Bohnenkraut abschmecken.

Anrichten:

Auf einem Teller zwei Lasagneblätter anrichten. ein Schollenfilet teilen und auf die Nudel legen. Bohnen dazugeben und das dritte Lasagneblatt lose darüberlegen und mit Soße beträufeln.

Mit einem frischen Blattsalat servieren.

Das Gericht erfordert etwas Zeit, doch es schmeckt uns so gut – da lohnt sich jede Minute.

Autorin: Ursula Philipp