Die Königskerze (Verbascum)

P1090427  Imposant wirkt unsere Königskerze, links im Bild neben der Tamarillo. Am Eingang unseres Gartens grüßt die Pflanze mit ihren schönen gelben Blüten und ihrer stattlichen Höhe von ca. 2 m die Besucher. Es ist schon die dritte Königskerze die sich in unserem Garten angesiedelt hat. Sie liebt sonnige, trockene Plätze. Die einzelnen Blüten öffnen sich erst nach und nach, so verlängert sich die gesamte Blühphase dieser schönen, unter Naturschutz stehenden, Heilpflanze.

Die Königskerze wird auch Wollblume, Wollkraut oder Wetterkerze genannt.

P1090426  Im Mittelalter wurde der Fruchtstand der Königskerze in Teer oder Pech getaucht und als Fackel verwendet.

P1090423  Hildegard von Bingen empfahl die Pflanze gegen Depressionen, Hippokrates setzte Verbascum bei Wundbehandlungen ein.

Die Königskerze ist eine wichtige Heilpflanze bei:

  • Husten, besonders bei Reizhusten
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Erkrankung der oberen Atemwege
  • Magen- und Darmgeschwerden (krampfartig)

Meist sind die Königskerzenblüten in Teemischungen enthalten. Sie haben eine schleimlösende Wirkung.

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Königskerzentee kann wie folgt zubereitet werden:

1 – 2 Teel. getrocknete Königskerzenblüten in eine große Tasse (250 ml) geben, mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Soll der Tee gesüßt werden, bietet sich Honig an. Auch Honig entfaltet bei den o.a. Beschwerden seine Heilwirkung.

Die schleimlösenden Inhaltsstoffe der Königskerze können noch besser genutzt werden wenn ein Kaltansatz angesetzt wird.

Königskerzen-Kaltansatz:

1 – 2 Teel. getrocknete Königskerzenblüten in 250 ml kaltem Wasser übergießen und 2 Stunden ziehen lassen. Abseihen, den Sud kurz aufkochen und auf Trinktemperatur abkühlen lassen. In kleinen Schlucken trinken.

Bei Reizhusten sollten 3 – 4 Tassen täglich die Symptome lindern.

Für Tee und Kaltansatz können die Blüte der Königskerze sehr gut mit Fenchel, Malve, Spitzwegerich oder Thymian kombiniert werden.

Die Tees und Teemischungen sind bei leichten Beschwerden anwendbar, bei stärkeren oder länger andauernden Beschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Königskerzenöl:

1 Handvoll frisch gesammelter Königskerzenblüten in ein Schraubglas füllen, mit 100 ml kaltgepressten Olivenöl übergießen, gut verschließen und für 3 – 4 Wochen ins Freie, möglichst in die Sonne, stellen. Jeden Tag einmal gut durchschütteln. Anschließend durch ein feines Tuch oder einen feinen Filter gießen, in eine dunkle Flasche abfüllen und kühl lagern.

Anwendung: bei Wunden und Ausschlägen.

Ich werde das Öl ausprobieren, wenn mich mal wieder eine Biene sticht.

 

 

 

 

 

 

Ein Lob den Immergrünen

Frau Renell hat uns einen sehr schönen und persönlichen Beitrag zum Thema: „Pflegeleicht“ zugeschickt:

Es ist Anfang Juli. Nachdem ich in diesem trockenen und windigen Sommer bereits sechs Mal seit Mai eine Schubkarre mit Fichtennadeln zusammengekehrt habe, muss ich meinem Ärger einfach mit Schreiben Luft machen.

„Immergrüne machen gar keine Arbeit“ Von wem stammt bloß dieser Spruch? Auf jeden Fall von Leuten, die noch nie einen älteren Nadelbaum im Garten hatten. In einer hinteren Gartenecke mag es angehen, aber bei uns steht eine Fichte an der Küchenterrasse und eine weitere sowie eine Schwarzkiefer am Haupteingang, alle eigentlich Waldbäume und mal als Weihnachtsbäumchen mit Wurzeln gekauft. Es gibt noch ein paar Lärchen, die ich schön finde, aber die komplett „inkontinent“ sind, denn sie werfen ihre Zweige beim kleinsten Windhauch ganzjährig ab. Also, liebe Gartenbesitzer! Solltet ihr gerade neu gebaut haben, und für den Garten ist kein Geld mehr da: Finger weg von Koniferen! Was so klein und niedlich aussah wie ein junges Kätzchen, macht im Alter nur Arbeit. Außerdem saugen die großen Bäume ganz viel Wasser weg, das später den darunter stehenden Stauden fehlt.

Die Hecke soll schnell dicht sein, darum also die billige Thuja oder diverse Scheinzypressen aus dem Baumarkt? In einer Parklandschaft mit genügend Platz können wunderschöne, ca. 15m hohe Bäume daraus werden. Aber im kleinen Garten kaufen Sie damit „Teufelszeug“. Als Gartenneuling sind Sie vermutlich noch kein versierter Heckenschneider. Kein Problem bei Eibe und Hainbuche oder Weißdorn. Wie auch Kirschlorbeer verzeihen sie jeden Schnittfehler und wachsen innerhalb eines Jahres aus den blattlosen Ästen wieder nach. Thuja und Scheinzypresse zu tief geschnitten? Entweder passiert gar nichts mehr und Sie schauen ins nackte Holz, oder sie müssen mehrere Jahre auf Wiederbegrünung warten.

Im Wurzelbereich wächst fast gar nichts. Mit Kaukasusvergissmeinnicht habe ich gute Erfahrungen. Aber selbst Goldfelberich, Seifenkraut und Kaukasus-Storchschnabel, die doch fast überall wachsen, verzichten dankend auf diesen Platz – zumindest lassen sie sich sehr bitten. Sogar der Efeu, mit dem ich eine verkahlte Thuja verkleiden wollte, brauchte 7 Jahre gutes Zureden. Efeu ist auch so ein Kandidat. Ich mag ihn sehr (siehe Teil 2), aber sobald er älter ist, wirft er andauernd trockene Blätter ab, die der Wind stets dahin weht, wo sie stören. Genauso wie bei Kirschlorbeer und Runzelblättrigem Schneeball.

Investieren Sie im neuen Garten lieber ein bisschen Geld in einen Laubbaum, der schon etwas größer ist und bald an heißen Sommertagen Schatten spenden wird. Im Winter darf die seltene Sonne dann wieder hemmungslos durch die kahlen Zweige ins Haus scheinen. Und die restliche nackte Fläche wird vorerst mit wunderschönen Sommerblumen und hohen Gemüsesorten aus der Samentüte blickdicht gemacht.