Wie entsteht Honig ?

P1100697  Weit ist der Weg von der Blüte bis ins Honigglas. 40.000 Ausflüge vom Bienenvolk sind nötig um den Nektar für ca. 500 g Honig zu sammeln. Diese Flugstrecke entspricht etwa 3 Erdumrundungen. Die Bienen fliegen dabei rund 2 Millionen Blüten an. Doch damit ist es noch lange nicht getan, die Verarbeitung der gesammelten „Rohstoffe“ geht weiter.

Honig besteht aus Blütennektar und aus Honigtau. Beides wird von den Bienen gesammelt, in der Honigblase zum Stock transportiert und bereits mit einem körpereigenen Sekret angereichert.

Nektar setzt sich aus Fructose, Glucose und Saccarose zusammen.  Die Zusammensetzung des Nektars ist, je nach Trachtquelle, unterschiedlich. Beim Raps ist der Fructoseanteil 45 %, Glucose 50 % und Saccarose 5 %. Bei der Robinie sind 37 % Fructose, 10 % Glucose und 53 % Saccarose. Bei der Linde ist der Anteil von Fructose 35 %, Glucose 35 % und Saccarose 30 % (Quelle: von der Ohe/LLH Bieneninstitut Kirchhain). Die Nektartropfen enthalten beim sammeln 70 – 80 % Wasser. Im verzehrfertigen Honig muß der Wassergehalt unter 18 %, bei Heidehonig unter 21,4 %, sein.

Honigtau ist das Ausscheidungsprodukt verschiedener saugender Insekten, wie Blattläuse, Schildläuse und Rindenläuse. Die Bienen sammeln die süßen Tröpfchen und bringen sie, wie den Nektar, zum Bienenstock. Dort wird die wertvolle Fracht von den Stockbienen in Empfang genommen und von diesen weiterverarbeitet. In den Waben wird der Honig getrocknet. Das geschieht durch anhängen der Tropfen an die Zellwände oder durch Rüsselschlagen und Fächeln der Bienen. Während dieses Reifeprozesses wird dem Honig immer mehr Wasser entzogen und Enzyme werden zugesetzt. Am Ende schließt die Biene die Wabenzelle mit einem Wachsdeckel.

Sind die Waben im Honigraum gefüllt ist für den Imker die Zeit der Ernte gekommen. P1060595  Die Waben werden entnommen, im Schleuderraum entdeckelt und geschleudert.

P1060608  Der Honig wird anschließend mehrfach gesiebt und in lebensmittelechte Eimer abgefüllt.

Nachdem der Honig eine Nacht geruht hat setzt sich an der Oberfläche eine Schaumschicht, aus Wachsresten und Pollen, ab, diese wird abgeschöpft oder mit einer Klarsichtfolie aufgenommen und entsorgt. Anschließend wird der Honig 1-2 mal am Tag gerührt. Dadurch werden die großen Honigkristalle zerkleinert. Der Honig bleibt lange streichfähig und ist angenehmer im Mund.

Sobald ein deutlicher Perlmuttschimmer auf dem Honig sichtbar ist, kann der Honig in Gläser abgefüllt werden.

Wie wir genau bei der Honigernte und Verarbeitung vorgegangen sind habe ich in dem Artikel „Honigernte und Varroabehandlung“ beschrieben.

P1090527   Guten Appetit !