Barbarazweige

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Am Tage von Sankt Barbara,
da geht das Jahr zur Neige.
Dann trag‘ ins Haus, von fern und nah,
die kahlen Kirschenzweige.

Am Tage von Sankt Barbara
stell‘ Zweige in die Zimmer.
Dann lacht zur Weihnacht, hier und da,
ein weißer Blütenschimmer.
(James Krüss)

Nach einer Legende war Barbara eine reiche Kaufmannstochter, sie lebte Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedia, dem heutigen Izmit am Marmarameer(Türkei). Die Existenz von Barbara ist historisch jedoch nicht gesichert.

Ihr heidnischer Vater liebte sie sehr, wachte jedoch eifersüchtig über sie. Musste er verreisen, so sperrte er sie in einen Turm. Sie wurde einsam und unglücklich. Als sie die christliche Religion kennenlernte sah sie hier ihre Aufgabe und ließ sich taufen. Als ihr Vater erfuhr, dass sie Christin ist versuchte er vergebens sie von diesem Glauben abzubringen. Aus Wut und Enttäuschung über den Starrsinn seiner Tochter verriet er sie an die Christenverfolger. Sie wurde gefangen genommen und hingerichtet. Vor der Vollstreckung des Urteils soll Barbara in ihrer Zelle einen verdorrten Kirschzweig gefunden und mit Wasser aus ihrem Trinkbecher benetzt haben. Der Zweige blühte und spendete ihr Trost.

Nach anderen Legenden wird Barbara’s Vater als König oder Angehöriger der kaiserlichen Leibwache geschildert. Auch gibt es Versionen nach denen sie in Heliopolis, heute Baalbek (Libanon) gelebt hat.

Nach alter Tradition werden am 4. Dezember, dem Barbaratag, Zweige von Obstbäumen geschnitten. Sie sollen, mit etwas Glück, an Weihnachten blühen. Meist werden Zweige von Kirsch- und Apfelbäumen verwendet. Jedoch auch Forsythienzweige eignen sich für den Barbarastrauß.

P1010100  Kirschbaum in der Blüte

Unser Kirschbaum ist noch zu klein, deshalb werden wir in diesem Jahr Zweige von unserem Zwetschgen- und vom Quittenbaum schneiden.

Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder versucht Barbarazweige zum blühen zu bringen. Leider mit wenig Erfolg. Es könnte daran gelegen haben, dass die Zweige vor dem Schnitt mindestens einen Frost bekommen sollten.

Dieses Jahr werde ich wie folgt vorgehen und von dem Verlauf berichten.

Ältere Zweige von Obstbäumen oder Forsythien schneiden.
Die Zweige ein Nacht in die Tiefkühltruhe legen, wenn sie noch keinen Frost bekommen haben.
Anschließend einen Tag in einem kühlen Raum aufbewahren, damit sie sich langsam an die wärmere Umgebung gewöhnen können.
Die Zweige für einen halben Tag in warmes Wasser stellen. Danach die Zweige schräg anschneiden und mit frischem Wasser in eine Vase stellen.
Das Wasser alle drei bis vier Tage wechseln. Den Barbarastrauß in einen warmen Raum stellen, jedoch bitte für genügend Luftfeuchtigkeit sorgen. Bei trockener Heizungsluft besteht die Gefahr, dass die Zweige vertrocknen.

Die ersten zarten Barbarablüten

In diesem Jahr wurden wir belohnt, pünktlich zum Weihnachtsfest öffneten sich die ersten Blüten an unserem Barbarastrauß.