September ist die richtige Zeit…

P1050861  … um Mohnblumen, Kornblumen und Co auszusäen. Co, das sind Kornrade, Venusspiegel, Einjähriger Rittersporn, Kamille, Sommeradonisröschen, Feldstiefmütterchen und die echte Viola tricolor, (eine Ahnherrin unserer Gartenstiefmütterchen), Jungfer im Grünen, Schwarzkümmel, Ackergauchheil, um die Auffälligsten zu nennen, die auch im Garten eine gute Figur machen. Dazu gehören aber auch der Speisemohn und der Feldsalat oder die schöne Saat-Wucherblume.

Warum Herbstaussaat? Alle genannten Pflanzen gehören zur „Segetalflora“, das heißt sie sind Begleitkräuter auf Getreideäckern und kamen wie die Getreidearten Gerste oder Weizen vor ca. 12000 bis 7000 Jahren nach Süd-und Mitteleuropa. Die Blumen blühen, bevor das Getreide seine Endhöhe erreicht hat. Danach werden sie schnell reif und lassen ihren Samen auf die Erde fallen, wo er einige Wochen ruht. Erst wenn nach der Getreideernte genügend Licht auf den Boden trifft, keimen sie und können bis zum Spätherbst noch ungestört wachsen. Mit dem immer geringer werdenden Licht bis zum Winteranfang verlagern die Pflanzen ihre Aktivität von den Blättern auf die Wurzelbildung. Im Frühjahr geht es mit dem Wachstum gleich weiter, jetzt auch oberirdisch. Dabei stört sie eine Bodentemperatur kaum, die zur Aussaat noch viel zu niedrig ist. Ab +4°C geht es los. Prächtige Pflanzen entwickeln sich. Und wenn die Zeit vor der Blüte einige Trockenperioden bereithält, halten sie mit ihrem üppigen Wurzelsystem alle Anlagen für eine gute Wasserversorgung bereit.

Die Frühjahrsaussaat aus derselben Samentüte ergibt sehr viel kleinere Exemplare.
Übrigens: Die Zeit zwischen Samenausfall und Keimung nutzen viele dieser Pflanzen, um nachzureifen. Daher ist zum Beispiel Saatgut vom Feldsalat aus diesjähriger Ernte meist untauglich für die Augustaussaat mit Herbsternte. Feldsalat braucht 4 Monate zur Nachreife. Für die Augustaussaat nutzen Sie also besser die Reste vom Vorjahr; bei Septemberaussaat für die Frühjahrsernte keimt er dagegen hervorragend.

In vielen ländlichen Gegenden sieht man nur noch Maisfelder. Mais hat aber eine völlig andere Begleitflora. Klar, denn er stammt aus Amerika. Mit der Abnahme der übrigen Getreidefelder verschwinden auch die prächtigen Blütenteppiche in Rot, Blau und Gelb aus der Landschaft. Sie tun Gutes, wenn Sie diese Blumen in Ihren Garten holen. Nur in einer „Blumenwiese“ sind sie falsch eingetütet – denn die besteht überwiegend aus Stauden.

Frau Eveline Renell hat uns diesen interessanten und sehr informativen Beitrag schon Anfang September geschickt. Durch unseren Urlaub können wir ihn erst jetzt veröffentlichen.

Wildwuchs im Garten

Scheinquitte Nicole_WZ   Eine Freundin schickte mir die folgenden Zeilen mit dem Bild (oben):

Hallo Uschi,

die Pflanze auf dem Bild hat mein Sohn beim Opa im Blumenbeet fotografiert.

Ein Strauch, der noch ziemlich klein über dem Boden gewachsen ist. Er hatte rosarote Blüten und jetzt ist ein kleiner Apfel gewachsen.

Opa hat ihn jedenfalls nicht gepflanzt und weiß auch nicht, was das ist.

Könnt Ihr uns weiterhelfen?

Stefan hat das Bild angeschaut und den „Findling“ als Scheinquitte identifiziert. Diese Pflanze stammt aus Japan und wird gerne in Vorgärten als Zierstrauch oder als niedrige Hecke gepflanzt.

Ein schöner und dekorativer Pflanzenzuwachs im Garten ohne eigenes Zutun. Durch Vögel oder durch den Wind werden viele Samen weitergetragen. Wir lassen in unserem Garten aufkeimenden Pflänzchen Zeit um sich etwas zu entwickeln, denn erst nach einiger Zeit kann man feststellen ob es sich um Beikräuter oder um eine schöne Zierpflanze, wie die hübsche Scheinquitte, handelt.

Scheinquitte_P1040845   Wir haben zwei Scheinquitten in unserem Garten und jedes Jahr erfreuen wir uns an der frühen und reichen Blütenpracht. Sie sind eine wunderbare Bienenweide.

P1040041  Die Früchte der Scheinquitte werden meist nicht verwertet und vergehen am Strauch. Sie sind jedoch eßbar, reich an Vitamin C und haben einen säuerlichen, quittenähnlichen Geschmack. Die Scheinquitte wird auch als „Zitrone des Nordens“ bezeichnet.

Ich habe letztes Jahr aus unseren Scheinquitten eine Marmelade gekocht. Es war sehr arbeitsintensiv, denn die kleinen Früchte sind hart und haben ein relativ großes Kerngehäuse. Die Marmelade ist nicht so aromatisch wie wir es erwartet haben. Sie hat uns nicht so gut geschmeckt, da gibt es noch Verbesserungspotenzial. In diesem Jahr werde ich nochmal Scheinquittenmarmelade kochen, allerdings aromatisiere ich dann mit Kräutern.

P1040241  Wir haben eine gute Verwendung für die Scheinquitten in unserer Küche gefunden. Wir lassen die Früchte sehr reif werden, sie sind meist schon etwas runzelig. Dann werden sie, fein gerieben, in Soßen und Suppen als Geschmacksabrundung verwendet.

Deshalb, laßt Eure Gärten im Winter ruhen, fangt nicht zu früh mit der Pflege im neuen Gartenjahr an, laßt den Pflanzen Zeit sich zu entwickeln.