Wir basteln Feenflügel

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An einem sonnigen Tag bastelte ich mit meiner Enkeltochter Feenflügel.

Wir brauchten:

1,50 m lange Zweige von Haselnuss, möglichst frisch geschnitten,
Schnur, dünner Draht, Schere, Gartenschere
Zum Dekorieren: Blumen und Gräser aus dem Garten

Die Bastelanleitung:

Wir hatten die Zweige bereits am Vortag geschnitten, sie waren nicht mehr so gut zu biegen. Aus diesem Grund kamen sie als erstes in ein Wasserbad. Nach ca. 30 Minuten waren sie wieder biegsam und wir konnten beginnen.

P1050952     Einen Zweig zu einem Oval formen, die Enden übereinander legen und mit Bindfaden gut festbinden. Den zweiten Zweig ebenso formen.

P1050962    Die beiden geformten Zweige gegengleich aneinanderlegen und mit der Schnur ebenfalls gut verknoten. Bevor wir die Schnur abschneiden werden noch Schlaufen für die Arme geformt.

P1050967    Den überstehenden Teil der Zweige mit der Gartenschere abschneiden.

P1050987    Die Flügel mit der Schnur länges und quer bespannen.

P1050990    Jetzt ging es an’s sammeln der Dekoration. Gräser, Blüten, Farnblätter wurde von meiner Enkeltochter vorsichtig gepflückt und in die Feenflügel eingeflochten. Einige der Fundstücke habe ich mit dünnem Draht an der Bespannung befestigt.

P1060014    Bald sahen die Flügel wunderschön aus und meine Enkeltochter verwandelte sich in eine fröhliche Fee.

Beim basteln dachte ich mir noch eine kleine Feengeschichte aus die ich für euch aufgeschrieben habe:

Als die kleine Fee ihre Flügel verlor

Die kleine Fee Saja lebte mit ihren Feenschwestern in einem wunderschönen Land hinter dem Horizont. Die Schwestern spielten auf den grünen Wiesen, kletterten auf Maulwurfshügel um in die Welt hinaus zu sehen und versteckten sich im hohen Gras. Sie flogen von Blüte zu Blüte und ihre Flügel schillerten im Sonnenschein. Doch kleine Feen werden größer und eines Tages waren die Flügel Saja zu klein geworden, so wie bei den Menschenkindern die Schuhe zu klein werden. Die kleine Fee ging zu Mala, der alten, weisen Fee die neue Flügel verteilte, gab ihr die alten, kleine Flügel und bat sie um ein neues und größeres Flügelpaar. Mala schaute die kleine Fee traurig an und sagte: „Gestern nacht kam ein großer Wind, er pustete und pustete und alle unsere Flügel sind fortgeflogen. Wir haben keine Flügel mehr.

Saja setzte sich ins hohe Gras und weinte bitterlich. Eine Fee ohne Flügel. Was sollte sie tun? Mala kam zu ihr und sprach: “ Saja, noch ist nichts verloren. Es gibt Menschenkinder die können Feenflügel basteln. Geh‘ in die Stadt hinter dem Horizont und suche ein Mädchen das Flügel basteln kann. Hat das Kind die Flügel fertig, so wirst du auch wieder fliegen können.“

Da machte sich Saja sogleich auf den Weg in die große Stadt. Sie begegnete Grashüpfern, Marienkäfern und Bienen. Alle grüßten sie freundlich und wünschten ihr viel Glück.

In der Stadt angekommen fand Saja einen Garten in dem ein kleines blondes Mädchen spielte. Das Mädchen war erstaunt als es die Fee sah. Sie fragte verwundert was sie in die Stadt führte und Saja erzählte von dem großen Wind, von den verschwundenen Flügeln und von der Suche nach einem Kind, das Flügel basteln konnte.

Das kleine Mädchen versprach Saja mit ihrer Oma zu sprechen, sie würden versuchen Flügel zu basteln. Die Oma hatte eine Idee und die beiden gingen fröhlich ans Werk.

Sie schnitten auf einer Wiese Zweige, baten den Papa des Mädchens um Bindfaden, suchten Gräser und Blumen und nach einiger Zeit waren die Flügel fertig. Das blonde Mädchen probierte die Flügel, sie passte wie angegossen. Da spürte die kleine Fee das auch ihr wieder wunderschöne Flügel gewachsen waren. Sie war glücklich und sang vor Freude ein fröhliches Feenlied.

Das blonde Mädchen hatte aber noch eine ganz besondere Überraschung für die Saja. Sie bastelte noch einen Feen-Zauberstab mit einem Blümchen und Bändern die lustig im Wind flatterten.

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Seit diesem Tag sind das kleine Mädchen und die kleine Fee Saja Freundinnen. Wer Feen sehen kann, der sieht die Beiden oft auf einer Wiese oder im Garten glücklich miteinander spielen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Katzenstühlchen flechten

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Mama, warum heißen sie „Katzenstühlchen“ da passt doch gar keine Katze drauf?

Als Kind liebte ich die kleinen Flechtwerke aus Binsen. Bei Spaziergängen an einem nahegelegenen Waldsee bat ich meine Mutter um ein Katzenstühlchen. Mein Vater suchte die Binsen aus und Mama begann zu flechten. Stolz trug ich meine Schatz nach Hause.

Am Wochenende spazierten wir mit meinen Enkeltöchtern an einem kleinen Bachlauf entlang. Hier wuchsen viele Binsen. Da wurde die Erinnerung an die Katzenstühlchen, sie werden auch Kuckucks- oder Krötenstühle genannt, wieder wach.

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Voller Begeisterung rupften wir einige lange Binsenstängel. Geflochten wurde zuhause. Meine Enkeltöchter sahen aufmerksam zu und flochten bald eifrig ihre eigenen Katzenstühlchen.

Hier die Anleitung:

Die erste Binse zwischen Zeigefinger und Mittelfinger von der Handinnenfläche nach außen legen.

Zwischen Ringfinger und kleinem Finger wieder nach innen legen.

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An der Handaußenseite ist am Mittel- und Ringfinger die Binse zu sehen. Beide Teile sollten ungefähr gleich lang sein.

Die zweite Binse auf die Finger legen, direkt vor die erste Binse.

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Ein Teil der ersten Binse wird nun zwischen Zeige- und Mittelfinger nach außen, Richtung Handoberfläche, gebogen. Der andere Teil der ersten Binse wird zwischen Ring- und kleinem Finger nach außen, Richtung Handoberfläche, gebogen.

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Die dritte Binse wieder parallel zur zweiten Binse legen und diese, wie die erste, nach außen biegen. Nun Binse um Binse auf diese Weise einflechten.

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Ist das Katzenstühlchen ca. 4-5 cm breit wird die letzte Binse angelegt. Die Enden werden vorsichtig zwischen der letzten und zweitletzten Binse durchgesteckt und leicht festgezogen.

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Nun die verflochtenen Enden gut festhalten und das Geflecht vorsichtig von der Hand abziehen. Das Binsenstück an der Handaußenseite wird nach oben gebogen und gibt die Rückenlehne des Katzenstühlchens.

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Die Binsenstängel werden mit einer Binse vorsichtig zusammengebunden und schon ist das Katzenstühlchen fertig.

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Die kleinen Finger einer meiner Enkeltöchter konnten nur wenige Binsen halten um sie zu verflechten. „Das ist kein Katzenstühlchen, das ist ein Mäusestühlchen.“ meinte sie als ihr Kunstwerk fertiggestellt war.

Die Freude über die Katzen- und Mäusestühlchen war groß und meine Enkeltöchter waren sehr stolz auf ihre Flechtwerke.

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