Trockenteich statt Wasserspiele

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Ein Teich ist ein bereicherndes Element in jedem Garten. Doch ein Teich macht auch Mühe und Arbeit. Selbst ein kleiner Miniteich in der Wanne braucht Pflege und Aufmerksamkeit. Bei hohen Temperaturen kann es zu Algenbildung kommen, auch Moderprozesse sind möglich.

Stefan’s Idee für den etwas anderen Teich: ein japanischer Trockenteich. Kies, Gräser, Steine – Bewegung und feste Struktur.

Den Plan des Teiches gibt es nur in Stefan’s Kopf. So fingt es im Garten an:

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Die Randsteine des Trockenteiches wurden auf der Rasenfläche ausgelegt. Anschließend wurden die Steine gekennzeichnet, damit sie nach dem Aushub der Erde genau nach Plan verbaut werden konnten.

P1010887   Nach einigen Tagen waren die Randsteine fest verlegt, im Mittelteil war feiner Splitt eingefüllt und an der Seite bildeten grobe Kiesel eine schöne Struktur.

P1020045   Im Mittelteil des Teiches wurden mit verschiedenfarbigen, mittelgroben und groben Kieseln lebendige Akzente gesetzt.

P1020047   Große Lavasteine bilden feste Strukturen innerhalb des Teiches.

P1020045_Kopie   Die abwechslungsreiche Bepflanzung mit verschiedenen Carex-Gräsern und kleinen Steingartenpflanzen bringt Bewegung und Leichtigkeit in das Bild.

P1020040  Nach vielen Tagen schwerer Arbeit waren die beiden Baumeister mit ihrem Werk sehr zufrieden. Noch sind die Pflänzchen klein, doch das sah schon nach einigen Wochen ganz anders aus….

P1030314_08.09.2013 _2  …die Pflanzen fühlen sich wohl und sind kräftig gewachsen. Die Gräser wiegen sich im Wind, die verschiedenen Farben bringen Leben in das Bild, abends beleuchten kleine Solarlampen den Teich.

Der neue Trockenteich ist ein wahrer Hingucker im Garten meiner Verwandten geworden.

 

 

 

 

 

Ein Lob den Immergrünen

Frau Renell hat uns einen sehr schönen und persönlichen Beitrag zum Thema: „Pflegeleicht“ zugeschickt:

Es ist Anfang Juli. Nachdem ich in diesem trockenen und windigen Sommer bereits sechs Mal seit Mai eine Schubkarre mit Fichtennadeln zusammengekehrt habe, muss ich meinem Ärger einfach mit Schreiben Luft machen.

„Immergrüne machen gar keine Arbeit“ Von wem stammt bloß dieser Spruch? Auf jeden Fall von Leuten, die noch nie einen älteren Nadelbaum im Garten hatten. In einer hinteren Gartenecke mag es angehen, aber bei uns steht eine Fichte an der Küchenterrasse und eine weitere sowie eine Schwarzkiefer am Haupteingang, alle eigentlich Waldbäume und mal als Weihnachtsbäumchen mit Wurzeln gekauft. Es gibt noch ein paar Lärchen, die ich schön finde, aber die komplett „inkontinent“ sind, denn sie werfen ihre Zweige beim kleinsten Windhauch ganzjährig ab. Also, liebe Gartenbesitzer! Solltet ihr gerade neu gebaut haben, und für den Garten ist kein Geld mehr da: Finger weg von Koniferen! Was so klein und niedlich aussah wie ein junges Kätzchen, macht im Alter nur Arbeit. Außerdem saugen die großen Bäume ganz viel Wasser weg, das später den darunter stehenden Stauden fehlt.

Die Hecke soll schnell dicht sein, darum also die billige Thuja oder diverse Scheinzypressen aus dem Baumarkt? In einer Parklandschaft mit genügend Platz können wunderschöne, ca. 15m hohe Bäume daraus werden. Aber im kleinen Garten kaufen Sie damit „Teufelszeug“. Als Gartenneuling sind Sie vermutlich noch kein versierter Heckenschneider. Kein Problem bei Eibe und Hainbuche oder Weißdorn. Wie auch Kirschlorbeer verzeihen sie jeden Schnittfehler und wachsen innerhalb eines Jahres aus den blattlosen Ästen wieder nach. Thuja und Scheinzypresse zu tief geschnitten? Entweder passiert gar nichts mehr und Sie schauen ins nackte Holz, oder sie müssen mehrere Jahre auf Wiederbegrünung warten.

Im Wurzelbereich wächst fast gar nichts. Mit Kaukasusvergissmeinnicht habe ich gute Erfahrungen. Aber selbst Goldfelberich, Seifenkraut und Kaukasus-Storchschnabel, die doch fast überall wachsen, verzichten dankend auf diesen Platz – zumindest lassen sie sich sehr bitten. Sogar der Efeu, mit dem ich eine verkahlte Thuja verkleiden wollte, brauchte 7 Jahre gutes Zureden. Efeu ist auch so ein Kandidat. Ich mag ihn sehr (siehe Teil 2), aber sobald er älter ist, wirft er andauernd trockene Blätter ab, die der Wind stets dahin weht, wo sie stören. Genauso wie bei Kirschlorbeer und Runzelblättrigem Schneeball.

Investieren Sie im neuen Garten lieber ein bisschen Geld in einen Laubbaum, der schon etwas größer ist und bald an heißen Sommertagen Schatten spenden wird. Im Winter darf die seltene Sonne dann wieder hemmungslos durch die kahlen Zweige ins Haus scheinen. Und die restliche nackte Fläche wird vorerst mit wunderschönen Sommerblumen und hohen Gemüsesorten aus der Samentüte blickdicht gemacht.