Kompost – Helfer im Garten

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Kompost wird als auch der „heimliche Gärtner“ und das „schwarze Gold“ genannt.

Wir düngen in unserem Garten nur mit Brennesseljauche, stärken die Pflanzen mit Schachtelhalmbrühe und homöopatischen Mitteln. Für die Bodenbeschaffenheit und als Bodenverbesserer ist bei uns der Kompost ein sehr wichtiger Helfer.
Kompost heißt jedoch nicht, alles was übrig ist auf einen Haufen werfen und warten was daraus wird. Ein Komposthaufen bedarf der Pflege, einiger Aufmerksamkeit und Arbeit.

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Was darf auf den Kompost?
z.B. kleingeschredderte Äste, Rasenschnitt, Blätter, Kaffeesatz, rohe (Bio)Gemüse- und Obstabfällen, Eierschalen.

Was darf nicht auf den Kompost?
Kranke Blätter und Pflanzen (z.B. Blätter mit Birnengitterrost), gekochtes Gemüse und Obst, Katzenstreu, Essensreste, Schalen von Zitrusfrüchten.

Kompost sollte nicht zu nass und nicht zu trocken, weder zu kalt noch zu warm sein. Die Kleinlebewesen mögen das Mittelmaß bei Feuchtigkeit und bei der Temperatur.

Es gibt verschiedene Kompostierungssysteme.

Der offene Kompost – er hat eine sehr gute Luftzufuhr, es ist aber schwieriger die Temperatur zu halten, bei der Abfälle zu Humus verrotten, er kühlt schneller aus.

Der Thermokomposter – hier ist die Temperatur höher, die Anfangsrotte ist schneller, nachteilig ist die geringe Luftzufuhr. Unser Thermokomposter steht an der Garage meist im Schatten. Wir wissen nicht wie es den Tieren im Kompost bei großer Hitze geht. Unsere Vermutung: sie ziehen sich in kühlere Regionen der Rotte zurück.

Unser Thermokomposter platzt in schöner Regelmäßigkeit alle paar Monate aus allen Nähten. Erst neigt er sich, wie der schiefe Turm von Pisa, elegant zur Seite, dann haut es in um.

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Wahrscheinlich entsteht das Eigenleben durch die Entnahme von Humus aus den unteren Klappen. In der Mitte ist der angerottete Teil und obenauf die frischen Abfälle. Wir denken der Mittelteil rutscht ungleichmäßig nach unten und schon ist die Schlagseite da. Nach einigen Tagen halten die Verschlüsse dem Druck nicht mehr Stand und wir haben einen offenen Kompost.

Durch diese Egotrips unseres Komposts schichtet Stefan ihn immer wieder neu, dadurch wird er belüftet. Das tut ihm gut.

Beim erstmaligen umschichten in diesem Jahr machte Stefan eine interessante Entdeckung. An einer der Seitenwand des Komposters fand er:

P1010649  eine Nacktschnecke mit Gelege

Wer einen Kompost anlegen möchte sollte keinen Ekel vor

P1010654  Regenwürmern,

Asseln, Schnecken, Ameisen und anderen Kleinlebewesen haben. Sie sorgen für die Umsetzung in den wunderbaren Humus.

Autorin: Ursula

 

Die Geächtete – die Brennnessel

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Sie wird im Garten mit Hacke, Spaten und oft auch mit Chemie bekämpft. Meist ist der Kampf erfolglos, da die Brennnessel ein großes Wurzelgeflecht hat.

Wir nutzen die Brennnessel. Die jungen Blätter verwenden wir, fein geschnitten, als Würzkraut im Salat.

In diesem Frühling stand zum ersten Mal Brennnesselgemüse (s.Rezept) auf unserem Speiseplan. Es schmeckt uns sehr gut und wir werden es bestimmt jetzt öfter genießen.

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Brennnesseltee zum entgiften und entschlacken des Körpers wird gern bei Frühjahrskuren verwendet.

Die Pflanze wird von alters her als Heilpflanze genutzt und soll Leber, Galle und die Verdauung positiv beeinflussen.

Auch in unserem Garten haben wir Verwendung für das „ungeliebte“ Kraut. Wir stellen Brennnesselbrühe und Brennnesseljauche her. Damit gießen wir unsere Pflanzen.

Brennnesselbrühe zur Pflanzenstärkung
Brennnesseljauche zur Düngung

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Die gesammelten Brennnesseln werden grob zerkleinert, in einen 10 l Eimer gegeben und mit kaltem Wasser übergossen. Alle Pflanzenteile sollten gut bedeckt sein.

Beim zerkleinern der Brennnessel unbedingt Handschuhe tragen.

Das Brennnessel-Wassergemisch ca. 1 Wochen im Freien stehen lassen und jeden Tag einmal umrühren.
Nach Ablauf dieser Zeit die entstandene Brühe durch ein Sieb laufen lassen, 1:5 mit Wasser verdünnen und die Pflanzen damit gießen.

Unsere Brühe stand 3 Wochen im Eimer und ist in dieser Zeit zu Brennnesseljauche vergoren. Zu unserer Überraschung hielt sich die Geruchsbelästigung in Grenzen. Nur beim umrühren roch es nach Jauche.
Auch hier nach der Gärzeit das Gemisch durch ein Sieb geben und 1:5 mit Wasser verdünnen.

Wir werden im Gärtnertagebuch berichten, ob bei der Ausbringung im Garten eine starke Geruchsbelästigung entsteht.

Gießen mit dem Brennnesselsud, 1:5 verdünnt, stärkt die Pflanzen und beeinflusst das Wachstum positiv.

Unser Garten ist zu klein für eine Brennnesselecke, deshalb holen wir sie vom Waldrand oder vom Bachlauf, möglichst weit weg von Straßen. Bitte immer nur abschneiden, nicht ausreißen und unbedingt Lederhandschuhe anziehen, denn wohl jeder hat schon mal Bekanntschaft mit dem Nesselgift gemacht.

Wusstet Ihr: Für Schmetterlinge ist die Brennnessel eine ungemein wichtige Pflanze. Zwei unserer schönsten Schmetterlinge, der Admiral und der Kleine Fuchs, sind von ihr als Futterpflanze abhängig und auch vielen anderen schönen Schmetterlingsarten dient die Brennnessel als Futterpflanze.

Uschi am 28.04.2013
Auf unserem Kräuterhügel hat Stefan eine kleine Brennnesselpflanze gesichtet. Er hat sie ausgepflanzt und getopft.
Unsere Idee: Wir wollen die Pflanze nutzen, aber lokal begrenzt halten und das geht am besten im Topf.