Ein Lob den Immergrünen

Frau Renell hat uns einen sehr schönen und persönlichen Beitrag zum Thema: „Pflegeleicht“ zugeschickt:

Es ist Anfang Juli. Nachdem ich in diesem trockenen und windigen Sommer bereits sechs Mal seit Mai eine Schubkarre mit Fichtennadeln zusammengekehrt habe, muss ich meinem Ärger einfach mit Schreiben Luft machen.

„Immergrüne machen gar keine Arbeit“ Von wem stammt bloß dieser Spruch? Auf jeden Fall von Leuten, die noch nie einen älteren Nadelbaum im Garten hatten. In einer hinteren Gartenecke mag es angehen, aber bei uns steht eine Fichte an der Küchenterrasse und eine weitere sowie eine Schwarzkiefer am Haupteingang, alle eigentlich Waldbäume und mal als Weihnachtsbäumchen mit Wurzeln gekauft. Es gibt noch ein paar Lärchen, die ich schön finde, aber die komplett „inkontinent“ sind, denn sie werfen ihre Zweige beim kleinsten Windhauch ganzjährig ab. Also, liebe Gartenbesitzer! Solltet ihr gerade neu gebaut haben, und für den Garten ist kein Geld mehr da: Finger weg von Koniferen! Was so klein und niedlich aussah wie ein junges Kätzchen, macht im Alter nur Arbeit. Außerdem saugen die großen Bäume ganz viel Wasser weg, das später den darunter stehenden Stauden fehlt.

Die Hecke soll schnell dicht sein, darum also die billige Thuja oder diverse Scheinzypressen aus dem Baumarkt? In einer Parklandschaft mit genügend Platz können wunderschöne, ca. 15m hohe Bäume daraus werden. Aber im kleinen Garten kaufen Sie damit „Teufelszeug“. Als Gartenneuling sind Sie vermutlich noch kein versierter Heckenschneider. Kein Problem bei Eibe und Hainbuche oder Weißdorn. Wie auch Kirschlorbeer verzeihen sie jeden Schnittfehler und wachsen innerhalb eines Jahres aus den blattlosen Ästen wieder nach. Thuja und Scheinzypresse zu tief geschnitten? Entweder passiert gar nichts mehr und Sie schauen ins nackte Holz, oder sie müssen mehrere Jahre auf Wiederbegrünung warten.

Im Wurzelbereich wächst fast gar nichts. Mit Kaukasusvergissmeinnicht habe ich gute Erfahrungen. Aber selbst Goldfelberich, Seifenkraut und Kaukasus-Storchschnabel, die doch fast überall wachsen, verzichten dankend auf diesen Platz – zumindest lassen sie sich sehr bitten. Sogar der Efeu, mit dem ich eine verkahlte Thuja verkleiden wollte, brauchte 7 Jahre gutes Zureden. Efeu ist auch so ein Kandidat. Ich mag ihn sehr (siehe Teil 2), aber sobald er älter ist, wirft er andauernd trockene Blätter ab, die der Wind stets dahin weht, wo sie stören. Genauso wie bei Kirschlorbeer und Runzelblättrigem Schneeball.

Investieren Sie im neuen Garten lieber ein bisschen Geld in einen Laubbaum, der schon etwas größer ist und bald an heißen Sommertagen Schatten spenden wird. Im Winter darf die seltene Sonne dann wieder hemmungslos durch die kahlen Zweige ins Haus scheinen. Und die restliche nackte Fläche wird vorerst mit wunderschönen Sommerblumen und hohen Gemüsesorten aus der Samentüte blickdicht gemacht.

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