Johanniskrautblüte – endlich

Am 24. Juni, dem Johannestag, ist traditionell der Tag um Johanniskraut zu sammeln.

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An Wegen, Bahndämmen, am Wald- und Wiesenrand ist die ausdauernde Pflanze bei uns oft zu finden. Sie blüht leuchtend gelb, zerreibt man die Blüten zwischen den Fingern tritt ein roter Saft aus. Eine Legende besagt, dass die Pflanze unter dem Kreuz Christi stand und jede Blüte einen Blutstropfen auffing.

In unserem Garten hat sich das Heilkraut von selbst ausgesät, bzw. wurde wahrscheinlich von den Vögeln „eingeflogen“.

Schon in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Als pflanzliches Arzneimittel wird es bei Wechseljahrsbeschwerden und Stimmungsschwankungen angewendet. Bitte unbedingt beachten: bei Verwendung von Johanniskrautpräparaten erhöht sich die Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht.

Jedes Jahr bereite ich Johanniskrautöl, auch Rotöl genannt, und Johanniskrautsalbe zu. In den ersten Jahren war ich zum sammeln in Wald und Wiese unterwegs, dieses Jahr kann ich auch Blüten aus unserem Garten verwenden. Durch das nasse und kalte Wetter wurde es jedoch nichts mit dem 24. Juni. Die Blüten waren noch geschlossen.

Heute ist der 8. Juli, strahlender Sonnenschein und endlich sind viele Blüten vom Johanniskraut sind geöffnet. Wir haben auf den Wiesen und in unserem Garten genügend Blüten gezupft um das Johanniskrautöl anzusetzen.

Es ist wichtig, dass sie voll erblüht sind und möglichst bei Sonnenschein in der Mittagszeit gesammelt werden. Die Blüten sind sehr empfindlich, sie sollten sehr vorsichtig vom Stängel gezupft werden.

Johanniskrautöl:

Zum sammeln verwende ich ein Glas mit breiter Öffnung, z.B. ein Einweckglas. Die Blüten lege ich zuhause, im Freien, auf ein weißes Papierküchentuch, damit kleine Spinnchen und Käfer das Weite suchen können.

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Anschließend gebe ich die Blüten in ein Glas mit Schraubverschluß und gieße soviel Bio Sonnenblumenöl zu bis alle Blüten gut bedeckt sind. Das Glas gut verschließen und für ca. 6-8 Wochen in die Sonne stellen. Ist keine Sonne zu sehen, dann stelle ich das Glas an einen hellen Ort. In dieser Zeit färbt sich das Öl rot. Jetzt ein Sieb mit einem Tuch auslegen (Vorsicht – das Tuch verfärbt sich für immer), das Öl durch das Sieb laufen lassen und die Blüten abfiltern. Anschließend die Blüten in dem Tuch gut ausdrücken. Die Reste der Johanniskrautblüten bereichern den Kompost.

Johanniskrautsalbe:

Hier brauche ich 10 g Bienenwachs (gibt’s in der Apotheke und 100 ml Johanniskrautöl. Wachs und Johanniskrautöl in einen Topf geben. Bei geringer Hitze die Wachsplättchen langsam im Öl schmelzen lassen, immer wieder umrühren. Ist das Wachs geschmolzen wird die Flüssigkeit sofort in kleine Schraubgläser (z.B. Kaperngläschen o.ä.) gefüllt und gut verschlossen, jedoch nicht, wie bei Marmelade, die Gläschen auf den Kopf stellen. Die Masse abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.

Das Johanniskrautöl und die Johanniskrautsalbe verwenden wir bei kleinen Verbrennungen, Wunden und Verletzungen.
2-3 Tropfen Johanniskrautöl –pur eingenommen- helfen uns, wenn wir nicht einschlafen können.
Die Johanniskrautsalbe hat sich bei uns bewährt, bei rauhen, schuppenden Hautstellen.

Vorsicht: Das Johanniskrautöl und die Johanniskrautsalbe verfärben die Kleidung und ich habe die Flecken bisher nicht mehr entfernen können, deshalb sind wir sehr sorgsam bei der Anwendung.

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