Lebensmittel-Bewußtsein

Wer in seinem Garten Gemüse oder Obst anbaut weiss wie viel Zeit, Sorgfalt, Energie, Geduld und Achtsamkeit nötig ist damit aus einem Samenkorn oder einer kleinen Pflanze ein erntereifes Lebensmittel wird.

Kartoffel im Topf 1   Junges Grün der  Kartoffel im Topf

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….nach Monaten: Die „Kartoffel-im-Topf-Ernte“

Das Ernteergebnis ist lecker, doch oft nicht normgerecht. Wir freuen uns über Minikartöffelchen. Die werden bei uns als Papas Arrugadas gegessen.

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Große, aber langsam gewachsene Tomaten aus dem eigenen Garten haben viel Aroma und schmecken wunderbar.

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In der vergangenen Woche sah ich im Fernsehen einen Film von Valentin Thurn, Regisseur von „Taste the waste“, über den Umgang mit Lebensmitteln. Ich weiss, viele Produkte kommen erst gar nicht in den Handel weil sie zu groß, zu klein, zu krumm – einfach außerhalb der EU-Norm sind. Ich weiss auch, dass viele gekaufte Lebensmittel weggeworfen werden. Das in Deutschland jährlich Lebensmittel für mehr als 20 Milliarden Euro weggeworfen werden, daß war mir nicht bewußt.

Der Film „Die Essensretter“ hat mich sehr nachdenklich gemacht und beschäftigt mich immer noch. Hier einige Info’s zu diesem Film:

Kurzinhalt und Info’s zum Film „Die Essensretter“ von Valentin Thurn:

Mehr als die Hälfte aller Lebensmittel landet im Müll. Mit diesem Ergebnis schockierte die Dokumentation „Taste the Waste“ (2011) und löste eine heftige, öffentliche Debatte aus. Große Pläne werden seither geschmiedet. Bis 2020 will Bundesernährungsministerin Ilse Aigner erreichen, dass in Deutschland nur noch halb so viele Lebensmittel weggeworfen werden wie heute. Konkrete politische Schritte gibt es aber bisher kaum. Warum tritt der Gesetzgeber in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Regierungen nur mit unverbindlichen Appellen an die Öffentlichkeit?

„Das Wegwerfen lohnt sich für die Unternehmen leider allzu oft, weil die Nahrungsmittel so billig sind und die Arbeitskraft so teuer ist.“, sagt Ernährungsexperte Prof. Guido Ritter von der Fachhochschule Münster. Warum ist das so? Valentin Thurn hakt nach und sucht in ganz Europa nach Lösungen. Dabei trifft er auf viele Menschen, die bei dieser wichtigen Zukunftsfrage nicht mehr auf die Politik warten wollen. Zum Beispiel Familie Kotzur aus Ludwigsburg, die mit einem Abfalltagebuch herausfinden will, wie sie ihren Essensmüll verringern kann. „Das hat uns erst so richtig bewusst gemacht, was wir täglich in den Mülleimer schmeißen.“

Auch Unternehmen in Holland, England, Dänemark, Deutschland und der Ukraine suchen nach Lösungen. Eine Karottensaft-Fabrik nutzt auch die kleinen Karotten, die bislang aussortiert wurden, pfiffige Designerinnen verwerten unter dem Label „Culinary Misfits“ originell gewachsenes Gemüse, das der Handel so nicht akzeptiert, einzelne Supermärkte machen keine Ramsch-Angebote mehr, die die Kunden dazu verführen, mehr zu kaufen, als sie brauchen. Landwirte und Köche produzieren und fertigen nach der Maxime: „Feed the clients, not the bins!“ – „Füttert die Kunden, nicht die Mülltonnen!“ Aber reicht der gute Wille Einzelner?   
(Quelle: Einsfestival.de)

Mit etwas Glück sind sie, oft mit Produkten in Bioqualität, zu finden: Landwirte die Gemüse und Früchte vermarkten, die außerhalb der EU-Norm liegen, Bäcker die Brot von gestern zum halben Preis verkaufen. Gastwirte die kleinere Portionen, zu kleineren Preisen, anbieten und so viel Lebensmittelabfall einsparen. Supermarktketten die mit innovativen Ideen versuchen die Flut der vernichteten Lebensmittel einzudämmen.

Noch ein Wort zu den aufgedruckten Haltbarkeitsdaten. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist auch oft ein Aspekt nach dem Lebensmittel entsorgt werden. Doch die Produkte sind in den seltensten Fällen verdorben. Wir essen Bio-Naturjohurt und Bio-Quark auch eine Woche nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums und stellen keine Geschmacks- und Qualitätsveränderungen fest.

Das Verbrauchsdatum ist wichtig, bis zu diesem Datum muß das Produkt verbraucht sein, es kann ab diesem Zeitpunkt gesundheitliche Schäden verursachen (z.B. Hackfleisch und frischer Fisch). Hier ist Vorsicht angesagt und wichtig.

Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Wir werden versuchen die Produkte die wir für unsere Lieben und für uns einkaufen vollständig zu verwerten. Im Tagebuch werde ich berichten wie es uns gelingt.

 

 

 

 

 

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