Obstbäume schneiden

Schnitt Quitte

„Stell‘ drei Gärtner vor einen Baum, dann bekommst
Du vier Meinungen, wie man ihn schneiden soll.“
(Gärtnerweisheit)

Ein guter Baumschnitt fängt mit guten Gartengeräten an. Stefan’s Geräte sind eine Astschere, eine Handschere und eine Säge.

Schnittgeräte

Und dann kommt die Frage, welcher Schnitt soll es sein:

  • der Pflanzschnitt, ein Rückschnitt auf den Haupt- und auf max. 3 Nebentriebe fördert das Anwachsen des Baume
  • der Formschnitt reduziert den Kronendurchmesser, hierbei wird auch krummer Wuchs begradigt und überhängende Äste weggenommen
  • der Entlastungsschnitt dient der Gesunderhaltung des Baumes, geschädigte Zweige werden entfernt.
  • der Ertragsschnitt durch das Auslichten der Krone wird die Blüte und die Fruchtbildung gefördert.

Es gibt viele Tipps wie Bäume zu schneiden sind. Doch jeder Baum unterscheidet sich vom anderen und bei jedem Baum ist wieder neu zu schauen, was will ich mit dem Schnitt erreichen.

Hier einige grundlegende Tipps:

Als erstes den Baum aus einigem Abstand anschauen und die Gesamtheit auf sich wirken lassen.

Wasserschosse, das sind senkrecht nach oben wachsende Triebe, entfernen. Diese werden direkt am Ast aus dem sie wachsen abgeschnitten. Die Wasserschosse tragen kaum Früchte, kosten den Baum jedoch Kraft.
Wasserschosse können jedoch bei sehr alten Obstbäumen zur Revitalisierung genutzt werden, da sie sich im 2. und 3. Jahr ihrer Standzeit zu Fruchttrieben entwickeln.. Nach einem starken Rückschnitt bilden sich die Schosse vermehrt aus.

Kreuzen sich Zweige wird der nach innen oder steil nach oben wachsende Zweig entfernt.

Beim Rückschnitt wird etwas oberhalb einer nach außen zeigenden Triebknospe geschnitten, der junge Zweig zum Licht wächst und es wird eine Verbreiterung der Krone erreicht.

Immer möglichst sauber schneiden. Bei dicken Ästen erst von unten anschneiden…
Entlastungsschnitt 2oberer Schnitt 2
…. dann von oben den Ast sauber durchtrennen. Dadurch entstehen solche, sauberen Schnitte:
SchnittbildSchnittbild 3

Ein starker Rückschnitt begünstigt immer das Holzwachstum, ein schwacher Rüchschnitt fördert das den Fruchtansatz.

Vor dem Schnitt 2   Apfelbaum vor dem Schnitt

nach dem Schnitt 1  Derselbe Apfelbaum nach dem Schnitt

Die meisten Obstbäume sind alternierend, d.h. ein Jahr gibt es eine reiche Ernte und das darauffolgende Jahr sind viel weniger Blüten und dann auch Früchte am Baum. Die vielen Blüten und Früchte des ersten Jahres kosten den Baum viel Energie. In der „Ausruhphase“ des zweiten Jahres sammelt der Baum wieder Kraft und wird im dritten Jahr wieder üppig blühen und fruchten, wenn nicht Frost oder Unwetter stören.

Steht der Obstbaum in eurem Garten und ist nicht für die professionellen Vermarkung der Früchte vorgesehen, dann soll auch das Aussehen Freude bereiten. Schaut euch beim Schnitt immer wieder den gesamten Baum an. Schaut, das er mit seiner Form in euren Garten passt, dass euch das „Kunstwerk Baum“ gefällt. Ein Obstbaum erfreut uns doch nicht nur mit den reifen Früchten. Die Blütenpracht im Frühling ist ein Genuss für die Augen. Der Nektar ist für Bienen, Hummeln und viele andere Insekten eine wunderbare Nahrung. Mit seinem Blätterdach schenkt uns ein Baum Schatten und auch im Winter mit einem dicken Schneehut sieht der Baum wunderschön aus.

Ihr müsst nicht befürchten, dass ihr einen Baum durch den Schnitt zerstört. Allerdings können Schnittfehler dazu führen, dass der Fruchtansatz verhindert wird. Als einfach Schnittregel gilt: Waagrecht wachsende Triebe werden Fruchtholz, senkrecht wachsende Triebe bilden das Astgerüst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.