1. Advent

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus: den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
(Rainer Maria Rilke)

Wir wünschen Euch allen eine ruhige, harmonische und entspannte Adventszeit.

Euer
Alles-Blüht-Team

Advent, Advent….

Kerze   … ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür. Den kleinen Kinderreim, der den Adventskranz beschreibt, gibt es schon seit Generationen.

Doch welche Geschichte hat der Adventskranz? Wo kommt er her?

Adventskranz2  Der evangelische Theologe und Erzieher Johann Hinrich Wichern (1808 – 1881) gründete 1833 in Hamburg-Horn das „Rauhe Haus“ eine Zufluchtstätte für heimatlose und bedürftige Kinder. In der, für Kinder endlos erscheinenden Vorweihnachtszeit, hörte der Theologe oft die Frage: “ Wann ist denn endlich Weihnachten?“ Um die Zeit zu veranschaulichen nahm Johann Hinrich Wichern im Jahr 1839 ein Wagenrad, stellte 24 Kerzen darauf. Vier dicke Kerzen und 20 dünnere Kerzen. An den vier Adventsonntagen wurden die dicken Kerzen entzündet, an jedem Wochentag wurde eine der dünnen Kerze angebrannt. Mit jeder Kerze wurde die Wartezeit kürzer, der Heilige Abend rückte näher.

Aus diesem ersten großen Lichterkranz entwickelte sich im Laufe der Zeit der traditionelle tannengeschmückte Adventskranz mit vier Kerzen. Zuerst wurde der Kranz in Gemeindehäusern und Schulen der vorwiegend evangelischen Städte Norddeutschlands aufgestellt. Um 1900 hatte der Bekanntheitsgrad schon merklich zugenommen und in vielen Privathäusern war ein Adventskranz zu finden.

In einer katholischen Kirche wurde erstmals 1925 in Köln ein Adventskranz aufgehängt. Es dauerte dann noch viele Jahre bis der Lichterkranz in ganz Deutschland ein fester Bestandteil der Adventszeit wurde.

P1080320  Heute finden wir viele Variationen des Adventskranzes. Als traditioneller Tannenkranz, aus Schwemmholz, als Adventsgesteck oder, in Anlehnung an den ersten Adventskranz, mit 24 Kerzen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das ruhige Licht der Kerzen lädt uns in der dunklen und oft hektischen Zeit zum stillhalten und durchatmen ein. Ich habe ein schönes Gedicht gefunden, das möchte ich euch als Gruß zum zweiten Advent mitgeben.

Advent

Im Advent bei Kerzenschein
die Kindheit fällt dir wieder ein.
Ein Adventskranz mit seinen Kerzen
läßt Frieden strömen in unsere Herzen.
Des Jahres Hektik langsam schwindet
und Ruhe endlich Einkehr findet.
Ein Tag, er kann kaum schöner sein,
als im Advent bei Kerzenschein.

                                                                                Elise Hennek